Mobile Reporting – Videoproduktion mit dem Smartphone

Für spontane Videoaufnahmen oder Drehs ohne größeres Equipment ist das Smartphone ideal. Außerdem kann man schneiden, den Film vor Ort vertonen und direkt auf Social Media Plattformen publizieren. Smartphones sind das perfekte Tool für das kleine Videohäppchen zwischendurch. Nur wie nutzte ich die Möglichkeiten der mobilen Technik, ohne dass es amateurhaft aussieht?

Sieben Grundregeln für die professionelle Smartphone-Produktion:

1. Wer sein Smartphone speziell zum Filmen mitnimmt, sollte es auch wie ein Profi-Tool behandeln. Also: Akku aufladen, genügend Speicherplatz freimachen, die Linse reinigen, Flugmodus aktivieren, alle Benachrichtigungen abschalten und erst dann loslegen.

2. Das größte Problem ist der Ton: besonders an Orten mit vielen Hintergrundgeräuschen –wie z.B. Messen. Zum Aufzeichnen von Interviews mit dem Smartphone, am besten ein externes Ansteck-Mikro verwenden. Zum Glück gibt es die einfachsten Modelle schon ab sieben Euro.

3. Ruhig bleiben! Halten Sie das Smartphone so ruhig wie möglich. Stützen Sie Ihren Arm auf eine Stuhllehne. Lehnen Sie sich an eine Wand. Nutzen Sie einen Selfie-Stick. Für um die hundert Euro gibt es auch so genannte Gimbals – Stabilisatoren, die das Wackeln elektronisch korrigieren.

4. Wenn der Fokus pumpt und die Gesichter im Gegenlicht absaufen, ist daran meist die Automatik schuld. Hier hilft, Blende und Schärfe manuell zu fixieren. Bei aktuellen Android-Smartphones und beim iPhone reicht dazu ein langer Druck auf das Motiv im Display.

5. Egal ob mit der Kamera oder mit dem Handy: Die Filmarbeit ist immer die Gleiche. Das heißt: Abläufe in einzelne Einstellungen auflösen, verschiedene Perspektiven drehen, Handlungen wiederholen. Drehen für den Schnitt bedeutet: grundsätzlich mehr Bilder drehen als man eigentlich braucht.

6. Schnitt-Apps wie „iMovie“ (iPhone), oder „Filmora Go“ (Android) gibt´s gratis und ohne Wasserzeichen. Zwar hängt „Filmora Go“ ans Endes des Clips ein Logo an. Das lässt sich aber später aus dem Clip ´rauskürzen (In der Galerie unter „Bearbeiten“ → „Zuschneiden“).

7. Wer sich ein Smartphone speziell zum Filmen und Schneiden zulegen will, fährt mit einem der Flagschiff-Modelle am besten. Reicht der Geldbeutel nicht aus – besser ein gebrauchtes Spitzenmodell kaufen als einen abgespeckten Klon für den gleichen Preis.

Dr. Guido Vogt, ist promovierter Medienwissenschaftler, TV-Journalist und Dozent für Smartphone-Produktion am Journalistenzentrum für Wirtschaft und Verwaltung.